Ratgeber
24-Stunden-Betreuung zu Hause – der Ratgeber
Wie häusliche Betreuung funktioniert, was sie kostet und worauf Familien achten sollten.
Wenn zu Hause plötzlich Unterstützung gebraucht wird, kommen viele Fragen auf einmal: Was leistet eine Betreuungskraft überhaupt? Wer übernimmt die Pflege? Was kostet das, und was zahlt die Pflegekasse dazu? Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Themen — verständlich, ohne Fachchinesisch und mit dem Blick einer Familie, die zum ersten Mal vor dieser Entscheidung steht.
Auf dieser Seite
- ›Was 24-Stunden-Betreuung bedeutet
- ›Betreuung, Pflegedienst, Angehörige
- ›Der Alltag mit einer Betreuungskraft
- ›So läuft die Vermittlung ab
- ›Kosten, Pflegegeld und Zuschüsse
- ›Wenn Demenz eine Rolle spielt
- ›Wenn Angehörige eine Pause brauchen
- ›Das Zuhause vorbereiten
- ›Alle Themen im Überblick
- ›Häufige Fragen
Was 24-Stunden-Betreuung bedeutet
Bei der 24-Stunden-Betreuung lebt eine Betreuungskraft im Haushalt der betreuten Person. Sie unterstützt im Haushalt, kocht, begleitet zu Terminen, sorgt für eine verlässliche Tagesstruktur und ist als Mensch da. Das Ziel ist einfach: in der vertrauten Wohnung bleiben können — und Angehörige entlasten, bevor sie selbst an ihre Grenzen kommen.
Der Begriff ist dabei missverständlich. „24 Stunden“ beschreibt die Anwesenheit im Haushalt, nicht durchgehende Arbeitszeit. Auch eine Betreuungskraft braucht Ruhezeiten, freie Stunden und klar besprochene Aufgaben. Eine seriöse Lösung sagt das offen — und regelt es vorher. Was ein Haushalt dafür mitbringen sollte, steht unter Rahmenbedingungen.
Betreuung ist keine medizinische PflegeVerbandwechsel, Injektionen oder die Gabe verordneter Medikamente gehören zur Behandlungspflege und damit zum ambulanten Pflegedienst. Beides schließt sich nicht aus: In vielen Haushalten arbeiten Betreuungskraft und Pflegedienst gut nebeneinander.
Betreuung, Pflegedienst, Angehörige: wer übernimmt was?
Betreuung, Pflege und medizinische Behandlungspflege werden häufig in einen Topf geworfen. Für die Planung zu Hause hilft es, die drei Rollen sauber zu trennen — dann wird auch klar, was die Pflegekasse jeweils übernimmt.
Die Betreuungskraft
Haushalt, Mahlzeiten, Einkäufe, Tagesstruktur, Gesellschaft, Begleitung zu Terminen und Spaziergängen. Sie lebt im Haushalt und unterstützt im täglichen Leben — mit geregelten Ruhezeiten und klar besprochenen Aufgaben.
Der ambulante Pflegedienst
Körperbezogene Pflege und alles, was ärztlich verordnet ist: Wundversorgung, Medikamentengabe, Kompressionsstrümpfe. Beides lässt sich gut nebeneinander organisieren — die Betreuung ersetzt den Pflegedienst nicht.
Die Angehörigen
Entscheidungen, Arztkontakte, Anträge bei der Pflegekasse und der vertraute Rückhalt. Angehörige werden entlastet, bleiben aber die wichtigsten Bezugspersonen — genau das soll häusliche Betreuung möglich machen.
Der Alltag mit einer Betreuungskraft
Welche Aufgaben tatsächlich anfallen, richtet sich nach dem Bedarf und wird vorher gemeinsam festgelegt. In den meisten Haushalten geht es um diese sechs Bereiche:
Haushalt
Aufräumen, Reinigen, Wäsche und alles, was den Haushalt am Laufen hält.
Mahlzeiten
Einkaufen und Kochen — nach Gewohnheiten, Vorlieben und ärztlichen Vorgaben.
Tagesstruktur
Feste Zeiten für Aufstehen, Essen, Ruhe und Aktivität geben Sicherheit.
Gesellschaft
Zuhören, erzählen, gemeinsam Zeitung lesen: gegen die Einsamkeit im Alltag.
Begleitung außer Haus
Spaziergänge, Einkäufe, Arzttermine und Besuche — begleitet statt allein.
Unterstützung bei der Körperpflege
Hilfestellung beim Waschen, Ankleiden und bei der täglichen Hygiene.
So läuft die Vermittlung ab
Vom ersten Anruf bis zur Ankunft der Betreuungskraft vergehen in der Regel wenige Wochen. Fünf Schritte, die wir gemeinsam gehen:
Erstgespräch
Sie schildern die Situation, wir ordnen ein, was zu Ihnen passt — kostenlos und unverbindlich, telefonisch oder bei Ihnen zu Hause.
Bedarf erfassen
Gesundheitszustand, gewünschte Aufgaben, Tagesablauf und Sprachkenntnisse ergeben ein Anforderungsprofil für die passende Betreuungskraft.
Auswahl und Vorstellung
Wir suchen passende Kandidatinnen und Kandidaten und stellen sie Ihnen mit Lebenslauf und Erfahrungen vor. Sie entscheiden.
Anreise und Einzug
Anreise, Ankommen und die ersten gemeinsamen Tage — die Zeit, in der sich die Abläufe im Haushalt einspielen.
Begleitung und Wechsel
Wir bleiben Ansprechpartner: bei Fragen im Alltag, beim turnusmäßigen Wechsel der Betreuungskraft und wenn sich der Bedarf ändert.
Ausführlich mit allen Zwischenschritten beschreibt das die Seite Ablauf der Vermittlung.
Kosten, Pflegegeld und Zuschüsse
Die monatliche Belastung setzt sich aus mehreren Posten zusammen: dem Betrag für die Betreuungskraft, dem Vermittlungshonorar und den Fahrtkosten für An- und Abreise beim Wechsel. Dem stehen die Leistungen der Pflegekasse gegenüber — und steuerliche Vorteile. Eine vollständige Aufstellung mit Beispielrechnung finden Sie unter Kosten.
Was die Pflegekasse beisteuert, hängt vom Pflegegrad ab. Pflegegeld gibt es ab Pflegegrad 2, dazu kommen der Entlastungsbetrag und das gemeinsame Jahresbudget für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Die aktuellen Beträge stehen auf den Seiten Pflegegeld und Leistungen der Pflegeversicherung. Wichtig: Diese Leistungen kommen nicht automatisch — sie müssen bei der Pflegekasse beantragt werden. Wir helfen beim Ausfüllen.
Wenn Demenz eine Rolle spielt
Vergesslichkeit, Unruhe am Abend, Orientierungsverlust in der eigenen Wohnung: Bei Demenz zählt vor allem Verlässlichkeit. Immer dieselbe Person, immer derselbe Ablauf, immer die vertraute Umgebung — das beruhigt oft mehr als jede Umstellung. Genau deshalb ist die Betreuung zu Hause hier eine ernsthafte Alternative zum Heim. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie unter Demenz.
Wenn Angehörige eine Pause brauchen
Pflegende Angehörige halten viel aus — bis es nicht mehr geht. Für genau diese Fälle gibt es die Verhinderungspflege: Sie finanziert eine Ersatzbetreuung, wenn die pflegende Person Urlaub braucht, krank wird oder Termine hat. Wer keine Kurzzeitpflege nutzt, kann das gemeinsame Jahresbudget vollständig dafür einsetzen. Details stehen unter Verhinderungspflege.
Das Zuhause vorbereiten
Damit das Zusammenleben gelingt, braucht die Betreuungskraft ein eigenes, abschließbares Zimmer, Zugang zum Bad, volle Verpflegung und die Möglichkeit, Kontakt zur Familie zu halten. Vorhandene Pflegehilfsmittel — Pflegebett, Rollator, Rollstuhl — sollten funktionstüchtig sein. Die vollständige Liste steht unter Rahmenbedingungen. Wer diese Punkte vorher klärt, erspart sich Missverständnisse in den ersten Wochen.
Alle Themen im Überblick
Jedes Thema dieses Ratgebers hat eine eigene Seite mit allen Einzelheiten:
Kosten der Betreuung
Was die Betreuung monatlich kostet und was sich verrechnen lässt.
Pflegegeld
Beträge je Pflegegrad, Antrag und Begutachtung.
Leistungen der Pflegeversicherung
Pflegegeld, Entlastungsbetrag, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege im Überblick.
Demenz
Wie Betreuung bei Vergesslichkeit und Orientierungsverlust hilft.
Verhinderungspflege
Ersatz, wenn die pflegende Person selbst einmal ausfällt.
Rahmenbedingungen
Zimmer, Verpflegung, Arbeitszeiten: was der Haushalt mitbringen sollte.
Rechtliches
Entsendung, Verträge und worauf bei der Auswahl zu achten ist.
Erfahrungen
Wie Familien die Betreuung im Alltag erleben.
Alternative zum Pflegeheim
Was für und was gegen einen Umzug ins Heim spricht.
Fragen und Antworten
Die häufigsten Fragen rund um die Vermittlung — kurz beantwortet.
Häufige Fragen
Womit fange ich an, wenn Betreuung zu Hause zum Thema wird?
Mit einem ehrlichen Blick auf den Alltag: Was gelingt noch allein, wo entsteht Unsicherheit, und wie viel übernehmen Angehörige bereits? Daraus ergibt sich, ob stundenweise Hilfe reicht oder eine Betreuungskraft im Haushalt sinnvoll ist. Parallel lohnt der Antrag auf einen Pflegegrad — er entscheidet über die Leistungen der Pflegekasse und braucht Zeit.
Wie lange dauert es, bis eine Betreuungskraft da ist?
Wenn der Bedarf geklärt ist, vergehen in der Regel wenige Wochen bis zur Anreise. Wie schnell es geht, hängt vom Anforderungsprofil ab — etwa von gewünschten Sprachkenntnissen oder Erfahrung mit Demenz.
Muss ich die Betreuungskraft selbst anstellen?
Nein. Bei der Entsendung bleibt die Betreuungskraft bei ihrem Arbeitgeber im Heimatland angestellt und wird nach Deutschland entsandt. Sie werden dadurch nicht zum Arbeitgeber. Was das genau bedeutet, steht auf der Seite Rechtliches.
Wie oft wechselt die Betreuungskraft?
Betreuungskräfte arbeiten im Turnus und fahren zwischendurch nach Hause. Der Wechsel wird vorher abgestimmt, damit die Übergabe im Haushalt ruhig verläuft. Viele Familien haben über Jahre dieselben zwei Kräfte im Wechsel.
Was ist, wenn es menschlich nicht passt?
Das kommt vor und ist kein Beinbruch. Sagen Sie uns früh Bescheid — wir suchen dann eine andere Betreuungskraft. Sympathie ist keine Nebensache, sondern die Grundlage dafür, dass das Zusammenleben funktioniert.
Welche Sprachkenntnisse kann ich erwarten?
Das Spektrum reicht von Grundkenntnissen bis zu fließendem Deutsch. Legen Sie vorher fest, was Ihnen wichtig ist — für Gespräche und Vorlesen braucht es mehr Sprache als für hauswirtschaftliche Unterstützung. Wir berücksichtigen das bei der Auswahl.
Zahlt die Pflegekasse die 24-Stunden-Betreuung?
Nicht vollständig. Pflegegeld, Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege können die monatliche Belastung aber deutlich senken. Welche Leistungen in Frage kommen, hängt vom Pflegegrad ab.
Was passiert, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert?
Dann wird der Bedarf neu besprochen: mehr Unterstützung im Alltag, zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst für die medizinische Pflege, gegebenenfalls ein Antrag auf einen höheren Pflegegrad. Melden Sie sich in solchen Situationen früh bei uns.
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Ein Ratgeber kann vieles erklären — aber nicht Ihren Einzelfall. Rufen Sie uns an, wir hören zu und sagen ehrlich, was passt.
- Telefon 0 23 51 / 3 79 70 50
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Katrin Malcher
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